Mediensünden der Woche

Die Aargauer Zeitung zockt ihre Leser ab und verlangt neuerdings 90 Rappen pro Anruf. Die Journalisten beim Blick am Abend haben offensichtlich Mühe mit Worten und Quellen und Punkt CH bombt die Börse in die Steinzeit zurück – oder so ähnlich. Die Böcke der Woche:

1. Platz: Aargauer Zeitung

90 Rappen pro Anruf

Der Zeitung mit Sitz in Baden muss es wahrlich schlecht gehen. Inserateschwund, teurer neuer Chefredakteur, teure Qualitätsjournalisten, was weiss ich. Wenn Geld fehlt, dann holt man es sich halt bei der eigenen Leserschaft zurück. Neuerdings verkündet die AZ auf der Titelseite, dass sich die Leser per Telefon an einer TED-Abstimmung zur Regionalpolitik beteiligen sollen. (für was gibt es eigentlich das Internet?) Die Abstimmung liefert der Zeitung zwar Material für einen weiteren Artikel. Allerdings mit Konsequenzen für den Leser. ein Anruf kostet radikale 90 Rappen.

2. Platz: Blick am Abend

Vom Tagesspiegel zur ZEIT

Im Tagesspiegel trompete Ökonom Hans-Werner Sinn etwas sinnfrei, die Bankmanager seien die neuen Juden. Der Zentralrat empörte sich und forderte per Neuer Ruhr Zeitung eine Entschuldigung. Die kam prompt per offenem Brief, den u.a. die FAZ veröffentlichte. Was DIE ZEIT damit zu tun hat, wissen nur die Qualitätsjournalisten beim Blick am Abend. Oder anders gesagt: Hauptsache Deutschland, ist ja eh alles das Gleiche.

3. Platz: .CH

Von der Wallstreet in die Steinzeit

Die mit Abstand dümmste Titelschlagzeile der Woche. Was will uns dieser Text eigentlich sagen? Was genau hat die Steinzeit mit der Börse zu tun? Ausser, dass es in der Steinzeit keine Börse gab, sehe ich keine Konnotation. Und da sind wir uns einig, der Kurs ist zwar volatil mit Abwärtstrend, aufgelöst hat sich die Börse deswegen noch lange nicht.

4. Platz: Blick am Abend

Wenn ganze Verben im Lead fehlen..

Es ist derzeit zwar Mode in Artikeln ganze Worte wegzulassen. Passiert sowas aber im Lead, dann waren wohl sowohl Korrektoren, als auch Produzent und Journalist gleichzeitig krank. Wer will schon Artikel lesen, die bereits in der Einleitung keinen Sinn machen?

P.s.: Dass 20 Minuten nicht vorkommt heisst nicht, dass die Ausgaben diese Woche besonders gut waren. Ich konnte mich einfach nicht überwinden, mehr als die Comic-Seite zu lesen. Und die war einwandfrei.

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3 Antworten zu “Mediensünden der Woche

  1. Die Korrektoren auf den Zeitungen sind aus Spargründen schon lange abgeschafft worden. Daher zeigen sich die Tipp- und Sprachfehler der Journalisten! ;)

  2. Pingback: Korrigenda - We love Aargauer Zeitung « Hose&Dose

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