MOPO: Ringier gegen das Hamburger Abendblatt

Zuerst brachte das Hamburger Abendblatt den umstrittenen Herausgeber Josef Depenbrock mit dem Schweizer Ringier-Verlag in Verbindung. Und nun behauptet ein Starblogger, die Gratispostille „Cash“ habe gravierende Imageproblemen. Der Vorwurf: Ringier lasse sich von einem Millieu-Finanzierer quersubventionieren.

Josef Depenbrock, derzeit Chefredakteur der Berliner Zeitung und Miteigentümer (27,8% der Aktien, Stand Februar 08) des deutschen Anlegermagazins „Cash“, ist schon seit Jahren eine umstrittene Figur. Zu recht, wie man im Nachhinein sagen muss. Depenbrocks Spezialität besteht darin, das Amt des Chef-Journalisten und Geschäftsführer gleichzeitig auszuüben. Die Taktik ähnelt der von Roger Köppel, dem Chefredakteur der Weltwoche und Wikipedia-Verbesserers, mit der Ausnahme, dass Köppel wohl eher bei Depenbrock abgeschaut hat, als umgekehrt. Depenbrock übernahm das Doppelmandat Chefredakteur/Geschäftsführer der Hamburger „Mopo“ bereits im Jahr 2000, Köppel das WW-Doppelpack erst 2001.

Depenbrock mischelt an verschiedensten Fronten mit. Woher das Geld stammt, ist – dem Fall Köppel nicht unähnlich – unklar. Jetzt aber scheint der BZ-Chefe ins Fettnäpfchen getreten zu sein. Der Chefredakteur a.k.a Geschäftsführer hat einer rechtskräftig verurteilten Hamburger Milieu-Nase eine Immobilie abgekauft. An der Immobilie gibt es nichts auszusetzen. Das Haus steht in Hamburg mit bester Sicht auf den Hafen, tolle Nachbarschaft inklusive. Wäre da nicht ein angeblich so lukrativer Kaufpreis, kombiniert mit dem schlechte Ruf des Verkäufers. Einmal mehr wird es also in den nächsten Tagen zu heftigen Auseinandersetzungen auf der BZ-Redaktion kommen und die Frage wird lauten:

«Dürfen Journalisten und Herausgeber Geschäfte mit einem Mann machen, über dessen umstrittenen Aufstieg die hauseigenen Reporter sich quasi die Finger wund schreiben? Geschäfte mit einem Mann, der vom Bundesnachrichtendienst BND in die Nähe organisierter Kriminalität, Prostitution, Drogenhandel gerückt wurde? Ist das mit den ethischen Grundsätzen des Journalismus vertretbar?»

Quelle: Hamburger Abendblatt

Nun, das Problem müssen die Deutschen unter sich ausmachen. Was aber klar sein dürfte ist: Die Redaktion des Hamburger Abendblattes hat einen kapitalen Bock geschossen. Zumindest aus schweizer Sicht. Depenbrock war nämlich nie Chefredakteur der schweizer Wochenzeitung CASH, wie im Artikel irrtümlich behauptet wird. Auch ist Depenbrock mitnichten Minderheitsaktionär der Schweizer CASH-Gruppe, (warum auch?) sondern lediglich der gleichnamigen Deutschen Firma. Auch macht die Gratispostille CASH online keine namhafte Beteiligung einer Firma geltend, die auf Depenbrock verweist.

Die Geschichte spielt sich zwar in Deutschland ab und es ist offensichtlich, dass die Hamburger Abendblatt-Redakteure ihren Blödsinn bei Wikipedia abschreiben. Niemand sonst ist bisher auf die Idee gekommen, den Namen Depenbrock auf die Ringier AG zu verlinken. Wäre ich aber einer der Ringier Medienanwälte, würde ich vom Hamburger Abendblatt eine Richtigstellung verlangen oder, in der bösen Version, das Blatt wegen Rufschädigung einklagen.

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2 Antworten zu “MOPO: Ringier gegen das Hamburger Abendblatt

  1. Pingback: «Cash»-Investor Depenbrock, ein Imageproblem für Ringier? « Journalistenschredder…

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