Musik im Zeitalter seiner digitalen Reproduzierbarkeit

Spreeblick liefert heute kondensiert in zwei Beiträgen alles was man zur Debatte über Musik im Netz, Urheberrecht, „Raubkopieren“ (nicht mal in Anführungszeichen kann ich das Wort ohne Zähneknirschen schreiben), Interessen der Künstler vs. Interessen der Industrie und am allerwichtigsten: das alltägliche Verhalten der Nutzer wissen muss.

Geschichte des Verhaltens der Musikhörer seit Rechner und Netz.

Interview mit Martin Kretschmer zur Interessenlage beim Urheberrecht. (via)

Zweifel äusseren würde ich nur an zwei Aussagen von Andreas Schepers:

„Warum sollte man Musik noch lokal speichern wollen, wenn das Netz sie rund um die Uhr zur Verfügung stellt?“ Ohne eine Grundsatzdiskussion starten zu wollen, aber solange es noch einen fühlbaren Unterschied zwischen privat und öffentlich gibt, solange bestehen gute Gründe Dinge privat (sprich: lokal) halten zu wollen. Und manchmal richtet sich das Verhalten der Menschen auch tatsächlich nach guten Gründen.

„Mit dem Niedergang des Trägermediums wird auch das Raubkopieren der Vergangenheit angehören.“ Ganz abgesehen davon, dass das digitale Kopieren von Musik nichts mit Raub zu tun hat (Raub ist im Rechtssystem für Übergriffe vorgesehen, die eine köperliche Bedrohung beinhalten), so würde ich keine Prognosen wagen wollen, was die Verantwortlichen in den Führungs-, PR- und Rechtsabteilungen der Musikindustrie als nächstes als Kapitalverbrechen betrachtet haben wollen. Menschen als Räuber und Piraten zu bezeichnen, ohne dass Rechtsgrundlagen geklärt sind, nur weil das die eigenen Interessen fördern könnte, ist dermassen erbärmlich, dass es niemanden verwundern kann, wenn das nächste Schlagwort für nonkonforme Musikgeniesser „Digitalterroristen“ lauten wird.

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