bloggers anonymous II

Fortsetzung zu I. Diedrich Diederichsen schreibt über Bob Dylan in den Siebzigern:

„Merkwürdig ist nur, dass gerade in dem Moment, wo er einerseits ein hohes Mass an Verwirrung stiftet, andererseits auch eine private Lesbarkeit durch die Nennung von Klarnamen und das Einbeziehen seiner Frau suggeriert, etwas tut, was er vorher nie getan hat: Er übernimmt Verantwortung.“ (D. Diederichsen, Eigenblutdoping, S. 114)

Sollte die Forderung nach Klarnamen durch die Hoffnung motiviert sein, dass damit Verantwortung übernommen wird, so ist das ziemlich kleingeistig. Dylan hat offensichtlich schon lange begriffen, dass in einer popmedialen Öffentlichkeit die Verbindung von klarer Addressierung und Verantwortungsübernahme nur paradoxal und nach vorgängier Verwirrungstaktik ironisch thematisiert werden kann. Hat bloggingtom so viel Humor, dass mich seine Anstandsregeln zum Lachen bringen sollen?

(btw: Dylan hat diese Strategie ins fundamentale Christentum getrieben. Sollten wir uns Sorgen um bloggingtom machen?)

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Eine Antwort zu “bloggers anonymous II

  1. Pingback: bloggers anonymous III « Hose&Dose

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