Tagesarchiv: 14/09/2008

Idiot des Tages IV

Es kann jedem mal passieren, dass er am Telefon verarscht wird. Frau Ypsilanti, Hessens SPD-Chefin, braucht sich also nicht dafür zu schämen, dass sie mit einem «falschen» Franz Müntefering telefoniert hat, der dummerweise beim Radio arbeitete. Selbst dann nicht, wenn man wie im Falle von Frau Ypsilanti munter darauf los plaudert und die «Jusos nageln will (…)».

Ein Idiot ist aber, wer dem Sender umgehend die Ausstrahlung untersagt und ernsthaft daran glaubt, das Ganze bleibe unter Verschluss.

Das ganze Gespräch (7min) gibt’s übrigens auch als TORRENT zum downloaden.

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Facebook-Verbot für UBS

Morgen Montag dürfte ein harter Wochenanfang für alle UBS-Manager mit Facebook-Account werden. Laut Angaben der Zeitung Sonntag sperre die Bank ihren Mitarbeitern den Zugang zur Social-Network-Plattform, denn:

«Insbesondere Social-Network-Plattformen wie Facebook bergen die Möglichkeit der Speicherung von Informationen, die auch Rückschlüsse auf den Arbeitgeber zulassen» sagt UBS-Sprecher Andreas Kern im Interview.

Nicht schlimm würde man meinen, dann wird in der grössten Schweizer Bank endlich mal wieder gearbeitet, was sich ev. für einmal positiv auf den Aktienkurs auswirken könnte.
Doch die Theorie hat Lücken. Schliesslich ist Facebook in internationalen Konzernen wie Novartis oder Roche nach wie vor erlaubt. Auch die Bundesverwaltung kennt (komischerweise) nach dem Foto-Datenskandal immer noch kein Social-Networking-Verbot. Ausgerechnet, möchte man sagen:

„Botnetz-Kriminelle sind aggressiv und machen nicht einmal vor der Bundesverwaltung halt. So wurden Ende letzten Jahres rund 500 E-Mails an die Mitarbeitenden geschickt. Diese Nachrichten waren personalisiert und betrafen einen vermeintlichen Fotowettbewerb. Der gefälschte Absender war ebenfalls eine Bundesstelle. Wer auf den Link zur Teilnahme klickte, landete auf einer täuschend echten Kopie einer Bundesseite. Doch befanden sich die  Bundesangestellten  dann tatsächlich bei einem Service Provider in einem afrikanischen Staat und luden sich eine Malware herunter.

Und Opfer einer DDos-Attacke wurde unter anderem im letzten November die Swisscom. Beinahe 3500 Kunden bekamen die Auswirkungen des Angriffs zu spüren. So war etwa während der Zeitspanne die Online-Version des «Tages-Anzeigers» nicht verfügbar. „
(Auszug: Handelszeitung 27.8.2008, S. 11)

Könnte es also doch sein, dass die UBS für einmal richtig reagiert? Vermutlich handelt es sich dabei jedoch um einen verfehlten Aktionismus, gepaart mit Hysterie. Denn: Sicherheitsrisiko Nr. 1 global operierender Firmen sind nach wie vor Laptops oder die Idioten, die sie benutzen.