Hose&Dose

Mit den Tags ‘Boulevard’ versehene Einträge

äxgüsi Herr Blick?

08/04/2009 · 4 Kommentare

Es liegt mir fern hier täglich auf den Blick einzudreschen. Vielleicht ist manchmal auch etwas Pech im Spiel. Denn alleine in der Opposition liegt noch kein Heil. Während heute praktisch alle Schweizer Printmedien Keulen schwingen wie „Schweiz zahlt es OECD heim“ (Neue Luzerner Zeitung), findet der Blick:

Wir sind so doof

Sicherlich, die Schlagzeilen der meisten Printprodukte sind heute so übertrieben, wie wenn Dieter Bohlen sagt: „deine Winselei lässt meine Eier schrumpfen“ – wer keine hat, kann so etwas kaum bemerken. Bei knapp 300′000 Franken von „heimzahlen“ oder gar „Sanktionen“ (Aargauer Zeitung) zu schreiben, ist doch etwas arg überspitzt. Ausgerechnet heute aber mit Schlagzeilen wie: „Was ist nur aus der stolzen Schweiz geworden?“ (S.2) aufzumachen, ist wirklich Pech.

So wird das nix, liebe Blick-Redaktion. Dabei war doch gestern schon Ground Zero.

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Boulevard vs. Boulevard

07/04/2009 · 1 Kommentar

Lieber Michael Ringier

Dio Mio. Wir haben das schon richtig verstanden. Der Blick will wieder näher bei den Leuten sein, näher am Einzelschicksal, näher an der Trauer und am Unglück. Und dann serviert Gott dem Ringier-Verlag eine Katastrophe ans Bett und was machen die zahnlosen “Kampfhunde vom Seefeld“ damit? Vier magere Seiten, zwei davon mit einer chronologischen Auflistung der Ereignisse. Und auf den anderen zwei Seiten darf ein ETH-Seismologe erklären, dass Erdbeben auch in der Schweiz vorkommen können. Top. Näher dran wäre schon mittendrinn, ne.

Heute sollte jeder Blick-Journalist den Le Matin auswendig lernen. Solange bis er folgende Sätze im Schlaf rezitieren kann: „Ich habe mit meinen eigenen Händen nach meiner Familie gegraben„. Sechs Seiten Einzelschicksal. Sechs Seiten Trauer, Versagen, Anschuldigungen Wut und Leiden. Naturkatastrophen sind furchtbar. Das ist Boulevardjournalismus übrigens auch. Wenn’s also schon sein muss, dann sollte man auch das Schlechteste daraus machen.

Oder anders gesagt: Noch am Sonntagabend mokierten sich Giacobbo / Müller in ihrer „Late Service Public“-Show im SF über die Warnung vor Erdbebenfolgen durch Bundesrat Moritz Leuenberger. Möglicherweise ist ihnen in Anbetracht der verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in Italien für einmal das Lachen im Hals stecken geblieben. Und vielen anderen hoffentlich auch.

Das sagen nicht wir, sondern Christoph Meier von der Südostschweiz. Aber wir teilen immerhin seine Meinung.

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Newsnetz – oder wie man Meldungen verschläft

25/03/2009 · Kommentar schreiben

Manchmal verwirrt mich die publizistische Taktik von Newsnetz etwas. Das Onlineportal ist sich sonst auch nicht zu schade, über die Heirat von Schweizer Stars und Sternchen zu berichten, notabene gerade dann, wenn es sich dabei um Möchtegern-Stars mit journalistischem Anstrich handelt. Aber diese Nachricht hat Newsnetz bisher offenbar übersehen.

Gratulation an den Blick, der immerhin so schlau war, die Meldung heute morgen beim SF abzuschreiben. (Stand 08.30).

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Online-Journalismus – was nun?

23/03/2009 · 2 Kommentare

Wir stänkern an dieser Stelle ja gerne Mal über die innovative aber dämliche Rubrik „Tweet des Tages“ der Gratiszeitung Blick am Abend. Die Rubrik ist tatsächlich ziemlich doof, denn ausser einem Je-Ka-Mi für Twitter-User hat diese Sparte nix zu bieten. Und eine Antwort auf die Frage, warum Twitter für Journalisten irgendwie von Nutzen sein sollte, auch nicht. Ausser vielleicht, dass damit etwas Gratis-Content für faule Alpha-Journalisten generiert wird.

Ich habe also lange und gründlich darüber nachgedacht, welchen Nutzen und welche Zukunft Twitter haben könnte und ob es sich tatsächlich lohnt, das Thema ernsthaft anzugehen. Meine Antwort lautet: Ja. Twitter kann tatsächlich einen Nutzen haben. Schuld daran ist der Linke Einfalftspinsel Namens Thomas Benkö, mit dem mich nebst meiner vermeintlichen RL-Identität nix verbindet. Ich Er habe hat nämlich letztens vor versammelten Redaktionskollegen eine kleine Präsentation gehalten, in der relativ verständlich erklärt wird, welchen Sinn und Nutzen Twitter für vermeintliche Alpha-Journalisten haben könnte. Die Präsentation ist, gemessen an dem was Twitter wirklich bietet, sogar richtig gut, einigermassen vollständig und immer wieder ansatzweise peinlich, was verhindert, dass der Zuschauer einschläft. Aber, die Präsentation zeigt auch, welch tieferen Sinn Twitter hat und wer in absehbarer Zukunft davon profitieren kann.

Twitter ist und bleibt ein dummes Tool, perfekt für das Aufschnappen und Verbreiten dummer Nachrichten von dummen Leuten. Es ist daher in erster Linie ein Boulevard- und Gratiszeitungs-Tool, dass hilft, etwas aktueller und näher am Geschehen zu sein, so jemand aus der Community vor Ort ist. Und natürlich, darauf verweisen wir hier immer wieder gerne, ist es ein ideales Tool für faule Journalisten, einen möglichen Pool von Möchtegern-Protagonisten um sich zu scharen.

Ich bleibe dabei: Nicht jede Idee die Anhänger findet, ist automatisch eine gute Idee. Manche Erfindungen dienen auch nur dazu, bereits existierende Dummheiten noch etwas schneller in Umlauf zu bringen. Wer daran zweifelt, soll sich dieses Filmchen reinpfeiffen. Ein, wie ich finde, ziemlich abschliessender Lehrgang zum Thema: Onlinejournalismus, was nun?

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Idiot des Tages: Blick, Frank A. Meyer, Michael Ringier

13/03/2009 · Kommentar schreiben

.. und und und.. Die Liste könnte beliebig lang sein.

Der Blick reisst sein gesamtes Konzept um. Konsequenz: Mehr und härterer Boulevard, neue Chefredaktion, neues Format, kurz: Der neue Kurs gilt als gescheitert, Millionen wurden in den Sand gesetzt und der Blick fährt zum ersten Mal seit seiner Gründung wieder Verlust ein. Aber nun ist kein Papa Ringier mehr da, kein starker Mann, der Vertrauen hat und sagt, wo´s lang geht. Nö. Nun müssen die Kinder alleine – und haben ganz schön Mühe damit.

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Hose&Dose Superstar

13/03/2009 · 3 Kommentare

Seit 30 Jahren 3 Monaten versuchen wir nun täglich unserem Image vom inkompetenten, unwissenden, linken Einfaltspinsel gerecht zu werden. Es war folglich nur eine Frage der Zeit, bis wir zum ersten Mal in einer Zeitung zitiert werden. Dumm nur, dass die Aargauer Zeitung nicht erwähnt, woher sie ihre Informationen hat. So erfreuen wir uns an gewagten Konstruktionen wie:

Offenbar hatte der Online-Ableger der Pendlerzeitung «20 Minuten» unerlaubterweise ein «Blick»-Bild von Hofmanns Vater für die eigene Internet-Galerie verwendet.

Und

So monierte das Branchenportal « persönlich . com », dass der «Blick am Abend» am Dienstag in seiner E-Paper-Ausgabe das Gesicht von Lucies Mörder › wohl aufgrund eines technischen Versehens › unzensiert gezeigt habe. Der Fehler wurde inzwischen behoben. Und er ist so oder so hinfällig: Die Aargauer Polizei hat gestern ein offizielles Bild von Daniel Hofmann veröffentlicht.

Natürlich, ganz blöd sind wir nicht. Sicherlich ist es möglich und auch höchst wahrscheinlich, dass Herr Baumann seine Informationen aus verschiedensten Quellen bezieht und alles brav und gewissenhaft überprüft. So bleibt uns mindestens die Genugtuung, einer dieser Quellen zu sein.

Wir gehen jetzt feiern. Schliesslich sind wir ab heute Teil der offiziellen Mediengesellschaft und haben damit Anspruch auf Groupies, Freikarten und die Aufhebung der Billag-Gebühren.

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Medialer Amoklauf

12/03/2009 · 4 Kommentare

Amok, Amok wohin man sieht. In der Schweiz, in Deutschland, in den USA und vorallem in den Medien.

Ein besonders „Bravo“ gebührt dabei der Berichterstattung der Blick am Abend-Redaktion. Nicht nur, dass das Blatt den Mörder von Lucie durch einen Formatierungsfehler im Web unzensiert gezeigt hat (die Redaktion hat die betreffende Ausgabe mittlerweile entfernt) und es tatsächlich Leute gibt, die das auch noch toll finden, gestern unterlief dem Blatt in Sachen Amok gleich noch einmal ein Lapsus.

Natürlich musste Lucie mittlerweile Tim weichen, der im Blutrausch mit Waffengewalt 15 Menschen die Rübe wegpustete. Was? Sie finden meine Schreibe ist geschmackslos? Stimmt, finde ich auch. Aber was soll man dann erst von der Kolumne halten, die der Blick am Abend gestern auf der letzten Seite abgedruckt hat? Da stehen Dinge wie:

«Könnt ihr mir mal alle einen Gefallen tun? Haltet ihr einfach den Mund, solange ich in diesem Abteil bin? Oder wollt ihr ein Blutbad?» Ich gebe zu, mit dem Blut, schon mit dem Blut an den Fingern, wurde es surreal. Aber manchmal braucht es das Surreale, um das Reale zu erklären und zubewältigen.

Genau. Und manchmal braucht es halt ein Massaker mit 16 Toten, damit eine Redaktion merkt, wie bescheuert gewisse Kolumnen sind.

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Boulevard – wenn Journalisten leiden

11/03/2009 · 2 Kommentare

Es ist schrecklich, wie oft Kinder und Jugendliche in einem kleinen Land wie der Schweiz entführt, missbraucht und letzten Endes getötet werden. Solche Ereignisse füllen dann jeweils über Wochen die Seiten der Boulevardtitel. Fragen wie:  wie hat der Täter gelebt, wo hat er welche Tat begangen und wie hat er das Opfer umgebracht, beschäftigen die Boulevardjournalisten von früh bis spät.

Doch auch der härteste Journalist hat ein Herz. Hoffe ich zumindest. Während sich 20 Minuten und Blick am Abend über Twitter um die Bildrechte im Fall Lucie streiten, wünscht sich der eine oder andere Journalist etwas mehr Respekt, ein wenig Zeit zu trauern und Ruhe, um das Gelesene und Gesehene zu verarbeiten.

Kategorien: In Medias Res
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