Monatsarchiv: Januar 2010

Karin Wenger vs. Sri Lanka

Nach einem Massaker an der Minderheit gibt es EINE Journalistin der „freien westlichen Welt“ bei der PK nach den Wahlen.

Kein Öl => ergo ist es allen shice egal.

Schande über Europa. Danke kleine tapfere Schweiz.

Nö, danke Karin Wenger. Dafür, dass es auch heute noch Journalisten gibt, die kritische Fragen stellen, selbst wenn sie anschliessend des Landes verwiesen werden.

Das Schweizer Nachrichtenmonopol

Die SDA schluckt die AP Schweiz, die eben erst im Dezember von der Deutschen DDP übernommen wurde. Klingt unspektakulär? Mag sein. Doch eine Ausgabe der, sagen wir mal: Bernerzeitung zeigt: es ist alles andere als das.

Schon heute besteht diese Zeitung zu einem Grossteil aus Agenturmeldungen. Künftig wird das nicht anders, sondern nur einheitlicher sein, schliesslich stammen dann alle Meldungen von der gleichen Agentur. In der Schweiz gibt es in Zukunft nämlich nur noch einen helvetischen Nachrichtenlieferanten.

Damit sind die Schweizer Medien genau dort, wo sie schon vor hundert Jahren nicht sein wollten. Bei einer monopolistischen, einseitigen Berichterstattung.

„Ende des 19. Jahrhunderts beherrschten in der Schweiz zwei große europäische Nachrichtenagenturen den Schweizer Markt: Havas und Wolff. Da ein unabhängiger Informationsaustausch aufgrund dieser Sachlage nicht zu garantieren war, schlossen sich Verleger und Redaktoren der großen Schweizer Zeitungen 1894 zusammen und gründeten die Depeschenagentur. Am 1. Januar 1895 nahm die Agentur ihren Dienst mit acht Redaktoren auf. Quelle Wikipedia.“

 Richtig geil ist der Deal auch für all jene Zeitungen und Verlage, die im Zuge von Sparmassnahmen auf die Dienste der SDA verzichtet haben.  So holt man sich den ungeliebten Kostenfresser durch die Hintertür wieder in die Redaktion – mächtiger als je zuvor. Preisverhandlungen und Wettbewerb hallen höchstens noch als Echo aus vergangenen Tagen durch die Gänge.

Apples iSlap..

Macht die Journalisten/Produzenten/Content Manager (in prestige-sinkender Reihenfolge) offenbar derart nervös, dass sie Fremdtitel 1:1 übernehmen..

Die eierlegende Wollmichsau – nun in Gross 

Das ist wirklich gross.

Die Schweizer Illustrierte im Bundeshaus

Mal abgesehen davon, dass der Ringier-Verlag bei den Sozialplan-Verhandlungen im Zusammenhang mit den ständig wiederkehrenden „Massenentlassungen“ (Zitat: Personalkommission) etwas asoziales zusammenwurstelt; weiss jemand, für was die SI einen Bundeshausredaktor braucht?

Wir sind alle keine regelmässigen SI-Leser. Aber wenn wir die SI-Site durchstöbern, können wir uns nur schwer vorstellen, was Sascha Buchbinder (der nebenbei zum Besseren gehört, was der Tages Anzeiger im Zuge der ständig wiederkehrenden „Massenentlassungen“ entmassenlassen hat) dereinst im Bundeshaus tun soll?!

Was Journalisten von der Mode lernen können

Blogger sind auch Chefredakteure. Zumindest scheinen Blogger im Modebusiness ebenso wichtig zu sein, wie die NY Times in einem Artikel von Ende Dezember zeigt. Zugegeben, der Artikel ist für eine Tageszeitung schon etwas gar alt. Zu unserer Verteidigung bleibt immerhin zu sagen, dass wir die Geschichte eben erst heute über Ron Orp entdeckt haben.

Doch der Artikel scheint uns wichtig, weil der Mode-Journalismus ein Vorzeigebeispiel für die Konvergenzkraft von Online und Print darstellen könnte. Denn eine Modeschau ist ein ideal plan- und dokumentierbarer Newsevent – aus journalistischer Perspektive. Der Blogger als Instantpublisher ist dem Magazin mit Wochen- oder gar Monatsrythmus dabei aber weit überlegen. Es ist darum nicht erstaunlich, dass in den vorderen Reihen der wichtigenModeschauen immer mehr Leute mit Laptop sitzen werden. Die NYT führt auch zu Recht an, dass zwar alle grossen Magazine bloggen, sich diese Blogs aber in der Regel lesen, wie wenn ein Redakteur einen Artikel schreibt. Sprich: von oben herab, zu wenig Publikumsbindung, Web 2.0 untauglich. Die Rede ist von einem „Generation-Gap“, der durchaus evident ist.

Die Modeindustrie ist dafür bekannt, schnell auf Trends zu reagieren und auch eher selten Berührungsängste zu zeigen, wenn es darum geht, die eigenen Produkte zu vermarkten (Benetton, D&G etc..). Das klassische (Schweizer) Modemagazin hat sicherlich noch den Vorteil, dass es zusätzliche Inhalte anbieten kann, die einem Blog fehlen. Wir reden hier von Reportagen, Tests, Beauty etc. Trotzdem ist das Beispiel interessant, denn der Catwalk, die Mode, die neuen Kleider und Trends sind der eigentliche „Grundpfeiler“ eines Modemagazins. Historisch gesprochen, reden wir hier über nichts anderes, als die Daseinsberechtigung eines klassischen Modeblattes.

Was also bedeutet das für Vogue, Elle und Co?

Hier müssten Journalisten die Entwicklung aufmerksam verfolgen, so sie an ihrer eigenen Zukunft interessiert sind. Die klassische Modeberichterstattung wird wohl langsam aus den etablierten Blättern verschwinden. So es eine „seriöse“ Modeberichterstattung gab (bspw. Vogue), wird diese immer mehr einer „Unterhaltungsmode“ und „Promimode“ Platz machen. Magazine werden vermehrt Ressourcen erschliessen (müssen), die dem Blogger noch nicht zugänglich sind, sei es aus finanziellen- oder Zeitgründen. Es wird also zu einer thematischen Umverteilung kommen, gegen die sich die etablierten Blätter derzeit noch wehren, die aber für die Meisten schon bald Realität sein wird.

Derselbe Trend lässt sich auch bei den klassischen Newsmedien betrachten. Die Themen bewegen sich weg von der „seriösen“ Berichterstattung, immer mehr hin zu einer „Unterhaltungs- „ und „Promiberichterstattung“. Diese Umverteilung wird sich auch in den Printmedien noch stärker bemerkbar machen. Die klassische, seriöse Berichterstattung in der Tageszeitung hat ausgedient. Vielleicht nicht heute, aber wohl morgen und übermorgen.

Die Bemerkung sei gestattet. Blogger trifft daran keine bewusste Schuld. Kaum jemand begeht absichtlich Dummheiten. Doch die Modeindustrie ist mächtig und in vielen Dingen waren Kleider schon immer ein Vorbote der kommenden Zeit. Und so zeigt auch der Artikel der NYT zwischen den Zeilen, welche Konsequenzen die Beschleunigung der Medienzeit mit sich bringt: Ein radikaler Umbau des klassischen Verständnis einer so genannten „NEWS“ nämlich.

Abt. Wiederholungstäter

Noch Fragen?

Geld regiert den Äther

..und nicht etwa die Politik, wie nun auch das UVEK anerkennen muss.

Kriegsrhetorik: Viel Wirbel um nix

Streit, Kleinkrieg, Schusswechsel – so geht es derzeit in der Schweizer Medienlandschaft zu und her.

Ich freue mich auf die ersten Leserzahlen zum „neuen Blick“, wenn man so will. Der „harte“ Boulevardkurs scheint sich offenbar auszuzahlen.

„Dieser Kurs habe «nicht zu einem signifikanten Anstieg an Reklamationen geführt», aber zu einer Zunahme des Kiosk- und Aboverkaufs.“

behauptet zumindest ein Unternehmenssprecher. Dummerweise führt „dieser Kurs“ aber auch zu Reibereien, etwa mit dem Bezirksgericht in Zürich. Dort streitet sich ein Richter mit den Ringier-Anwälten wegen den Bildrechten einer Verhandlung. Der betreffende Richter war zuvor ohne Einwilligung mit Foto in der Zeitung erschienen.

In der Ostschweiz tobt der mediale „Kleinkrieg„. Ausgerechnet das Newsportal des Schweizer Fernsehens berichtet, wie sich Tele Ostschweiz und Tele Säntis um die Konzession zoffen. Auch wenn der Vorwurf ins Leere zielt. Es ist schon etwas makaber, dass ausgerechnet der Monopolist, der seine Konzession auf sicher hat, über diese Geschichte berichtet.

Zum Schusswechsel schliesslich kommt es in der medialen Nachbearbeitung zu Erpressung und Bestechung Teil II. Wer so was liest, der denkt, in der Schweizer Medienlandschaft herrsche Krieg. Dabei ist doch alles ganz harmlos.

Abteilung Erpressung und Bestechung Teil II

Ich habe mich auf diese Reaktion gefreut. Das erinnert mich immer daran, wie ich als kleiner Junge mal ein brütendes Huhn mit einem Ast gestupst habe. War das eine Aufruhr!

Jeder Feind ist der Schlimmste, wenn er neu zum Feind wird. Das gilt für Hühner und wohl auch für Journalisten.

„Ich habe mein ganzes Leben gegen Monopole gekämpft. Das Monopol von Lebrument ist wahrscheinlich das hässlichste von allen. Und es wird mit jedem Tag hässlicher.“

Der Herr Schellenberg sollte dem Herr Lebrument fairerweise mal eine Flasche Champagner schicken.

Kann man mit bloggen in der Schweiz Geld verdienen?

Alleine? Als Ein-Mann-Unternehmen?

Ja, Mann kann.

Folgende Eigenschaften sollte man mitbringen: Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, Kritikresistenz und ein gutes Netzwerk. Noch besser ist: man besetzt eine Nische.

Ronnie Grob scheint so ein Mensch zu sein. Mal abgesehen davon, dass wir inhaltlich alles andere als ständig derselben Meinung sind (was auch gut so ist), schlägt sich Ronnie ganz anständig.

Den meisten Lesern wird Ronnie noch als morgendliche Linkschleuder beim Qualitätsportal Medienlese.com in Erinnerung sein. Mittlerweile tut er dasselbe bei bildblog.de. Daneben äussert sich Blogger Ronnie immer wieder zu „modernen“ Medienthemen. Will heissen: Wie schlägt sich die Medienszene im Internet, mit Web 2.0 und wie entwickelt sich die Onlinewelt im allgemeinen in Bezug auf Mediennutzung. Ronnies Texte erscheinen in allen möglichen Zeitungen, die auf der Suche nach „Experten“ in diesem Bereich sind, beispielsweise in der NZZ oder in diversen Medienfachzeitschriften. Damit besetzt er eine Nische, mit dessen verdienst er in Berlin offenbar gut leben kann. Und Ronnie vermeldet Zuwachs. Sein neuster Kunde ist der Zürcher Presseverein.

Die Zürcher bloggen ja schon seit einem Weilchen in unregelmässigen Abständen, was ganz praktisch ist, in Zeiten, in denen Vereinszeitschriften nicht mehr lohnen. Nun baut der Verein sein Angebot aus. Offenbar ist da auch etwas Geld vorhanden, dass man nun entsprechend investieren will.

Das hier ist keine Kritik an Ronnie oder am Presseverein. Wie auch, wir haben das Produkt ja noch gar nicht gesehen. Vielmehr zeigt die Geschichte: wer sein Ding macht, der kann irgendwann auch auf ehrliche Art und Weise davon leben. Und das unterstützen wir, aus einem einfachen Grund.

Ehrlichkeit ist ein hehres Gut. Wenn Ringier beispielsweise sagt, man müsse sparen, allerdings nicht auf Kosten der Redaktionen und das in einer entsprechenden Pressemitteilung so formuliert, dass der Leser denkt, es werden keine Redaktionsstellen gestrichen, dann ist das unehrlich. Wer Leute aus der Redaktion wirft (Zitat: „Der grösste Teil der Synergien im Newsroom entfällt auf Produktion, Layout, Bild und Korrektorat und nicht auf die schreibenden Ressorts“. – „Stellungnahme Comedia: Wegen des neuen Newsrooms sollen laut Comedia 13,5 Vollzeitstellen bei den schreibenden Medienschaffenden eingespart werden, die restlichen 15,6 Stellenprozente gehen zu Lasten des technischen Redaktionspersonals wie Produzenten, Layouter, Bildredaktoren und Korrektoren.“ ), der soll auch dazu stehen. Ansonsten ist das einfach nur beschissene Verschleierungskommunikation.

Kann das bitte mal jemand an die entsprechenden Stellen weiterleiten?