Eine Zeitung zu fälschen ist heute keine Meisterleistung mehr. Eine Zeitung so zu fälschen, dass auch die Qualität der Texte ans Original herankommt hingegen schon. Vor allem wenn das Original Die Zeit heisst.
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Eine Zeitung zu fälschen ist heute keine Meisterleistung mehr. Eine Zeitung so zu fälschen, dass auch die Qualität der Texte ans Original herankommt hingegen schon. Vor allem wenn das Original Die Zeit heisst.
Sehr lustig, was Herr Bundesratskollege (heute sind alle Kollegen) Ueli Maurer da übers Wochenende veranstaltet hat. Damit (und nicht mit seiner Politik und / oder Polemik) schaffts Neo-Ueli sogar in die Welt am Sonntag und durchbricht damit endlich die lähmende Nichtberichterstattung der Weltpresse über diese bedeutende Persönlichkeit sowie die deutsche Dominanz, die seit Ewigkeiten im Schweizer BR-Fuhrpark regiert (4x Audi, noch ein wenig Mercedes (Merz, wer sonst) und ein VW (die SP tut was fürs Volk)).
Bravo Ueli. Endlich mal einer, der nicht nur labbert sondern auch handelt. Wir freuen uns auf die Facebook-Reaktion verärgerter Mercedes-Angestellter mit dem Namen: Warum ich Ueli pausenlos die Fresse polieren könnte.
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Wir stänkern an dieser Stelle ja gerne Mal über die innovative aber dämliche Rubrik „Tweet des Tages“ der Gratiszeitung Blick am Abend. Die Rubrik ist tatsächlich ziemlich doof, denn ausser einem Je-Ka-Mi für Twitter-User hat diese Sparte nix zu bieten. Und eine Antwort auf die Frage, warum Twitter für Journalisten irgendwie von Nutzen sein sollte, auch nicht. Ausser vielleicht, dass damit etwas Gratis-Content für faule Alpha-Journalisten generiert wird.
Ich habe also lange und gründlich darüber nachgedacht, welchen Nutzen und welche Zukunft Twitter haben könnte und ob es sich tatsächlich lohnt, das Thema ernsthaft anzugehen. Meine Antwort lautet: Ja. Twitter kann tatsächlich einen Nutzen haben. Schuld daran ist der Linke Einfalftspinsel Namens Thomas Benkö, mit dem mich nebst meiner vermeintlichen RL-Identität nix verbindet. Ich Er habe hat nämlich letztens vor versammelten Redaktionskollegen eine kleine Präsentation gehalten, in der relativ verständlich erklärt wird, welchen Sinn und Nutzen Twitter für vermeintliche Alpha-Journalisten haben könnte. Die Präsentation ist, gemessen an dem was Twitter wirklich bietet, sogar richtig gut, einigermassen vollständig und immer wieder ansatzweise peinlich, was verhindert, dass der Zuschauer einschläft. Aber, die Präsentation zeigt auch, welch tieferen Sinn Twitter hat und wer in absehbarer Zukunft davon profitieren kann.
Twitter ist und bleibt ein dummes Tool, perfekt für das Aufschnappen und Verbreiten dummer Nachrichten von dummen Leuten. Es ist daher in erster Linie ein Boulevard- und Gratiszeitungs-Tool, dass hilft, etwas aktueller und näher am Geschehen zu sein, so jemand aus der Community vor Ort ist. Und natürlich, darauf verweisen wir hier immer wieder gerne, ist es ein ideales Tool für faule Journalisten, einen möglichen Pool von Möchtegern-Protagonisten um sich zu scharen.
Ich bleibe dabei: Nicht jede Idee die Anhänger findet, ist automatisch eine gute Idee. Manche Erfindungen dienen auch nur dazu, bereits existierende Dummheiten noch etwas schneller in Umlauf zu bringen. Wer daran zweifelt, soll sich dieses Filmchen reinpfeiffen. Ein, wie ich finde, ziemlich abschliessender Lehrgang zum Thema: Onlinejournalismus, was nun?
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Gestern war kein guter Tag für die SRG.
Der Medienkonzern hat ein höheres Minus eingefahren als erwartet, nun muss der Verwaltungsrat an der Sparschraube drehen. Logisch, dass man hofft, durch die Fusion von TV und Radio einiges an Gebührengeldern sparen zu können, um so wenigstens den Status Quo zu erhalten.
Was also erwartet den Fernseh- und Radiozuschauer? Muss der Nachrichtenredaktor von Radio DRS tatsächlich künftig mit einem Kamerateam ausrücken? Wird die Hauptausgabe der Tagesschau ab 2010 von Casper Selg moderiert und damit endlich wieder zu einem ernstzunehmenden Nachrichtenformat? Und erhält Anna Maier endlich ihr lang ersehntes Comeback beim SF, weil der Nachmittag von DRS3, ähnlich wie die Nachtwache nun auch live im TV zu sehen sein wird?
Die Antwort ist simpel: Nein.
Gespart wird dort, wo es der Zuschauer am wenigsten zu spüren kriegt, wo es einfach machbar ist und wo die Leute bereits heute zusammen arbeiten. Am einfachsten geht dies am Beispiel der Sportredaktion. Statt wie bis anhin üblich jeweils zwei komplette Teams an Weltmeisterschaften, Olympiaden und andere Grossanlässe zu schicken, wird man in Zukunft ein Kernteam bilden, aus dem sich alle bedienen. Das bedeutet: Einfache statt doppelte Administration, Synergien nutzen usw. Das gleiche Rezept kommt bei Grossanlässen wie zum Beispiel beim WEF zum Tragen. Zum Beispiel aber auch bei Bundesratssitzungen, nationalen Pressekonferenzen usw.
Ist das schlecht? Und bedeutet dies ein Verlust an Qualität?
Nein, das ist sicherlich nicht per se eine schlechte Idee. Die Technik ist heute soweit fortgeschritten, dass eine verstärkte Kooperation im administrativen Bereich durchaus Sinn macht. Nicht nur bei der SRG. Da könnten auch die Privaten noch einiges lernen. (Wer jetzt den Kopf schüttelt, der erkundige sich doch mal, wie beispielsweise das Zusammenspiel von Energy und Blick funktioniert, oder von Radio24 und Tele Züri – ernüchternd, eh?)
Bedenklich wird es allerdings dann, wenn es um inhaltliche Leistungen geht. Also, wenn etwa der gleiche Journalist dem Wirtschaftsführer oder Politiker die gleichen Fragen für Radio und TV stellt. Oder, wenn eine Zentralredaktion alle Magazine zu einem Thema bedient (Stichwort Wissenschaftsredaktion). Dies führt nicht nur zu einer Themenarmut, sondern zu einer noch exzessiveren Marktmacht. Sollte also dereinst nur noch eine einzige Volksmusikredaktion existieren, würde selbst die Pro Forma-Konkurrenz zwischen Radio und TV inexistent und es gäbe für Leute wie Marianne Cathomen, die bereits jetzt behauptet von SF boykottiert zu werden, gar keine Ausweichmöglichkeiten mehr.
Die grösste Gefahr für uns Zuhörer und Zuschauer liegt also nicht in der Fusion, oder darin, dass wir als Gebührenzahler nicht entscheiden dürfen, was mit unseren Gebühren passiert, sondern darin, dass diese Fusion ausartet. In eine blinde Zusammenlegungswut, bei der das Effizienzmonitoring die alleinige Entscheidungsgrundlage sein wird.
Die Frage sei gestattet: Für was gibt es eigentlich den Publikumsrat?
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Der Herr Steinbrück polarisiert hierzulande etwas. Nach wie vor.
In allen deutschen Medien war die Reaktion der Schweiz mindestens am Rand ein Thema. Und wie das so ist, bei nationalen Polit-Themen, beansprucht der Zürcher Tages Anzeiger die Themenführung für sich.
Dumm nur, dass dieses Thema für einmal nicht von der TA-Media lanciert wurde (wie sonst immer, siehe Fall Nef), sondern von Ringier. Daher versucht man in der Redaktion derzeit alles, die Meinungsführung wieder an sich zu reissen.
Wie macht man das am Besten? Richtig, man versucht den lieben Peer (über die Anrede kann man sich streiten) für ein Interview zu gewinnen. Da Berlin-Korrespondent Sascha Buchbinder aber offensichtlich seit Tagen freundlich abgewimmelt wird, hat sich gestern Chefredaktor Peter Hartmeier persönlich in die Diskussion eingeschaltet. (Wer jetzt noch nicht begriffen hat, wie wichtig dem Tages Anzeiger die Meinungsführung in nationalen Themen ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen.)
Doch auch Peter Hartmeier biss auf Granit. Schlimmer noch. Der Chef kam nicht mal bis zu Pressesprecher Thorsten Albig. Er scheiterte bereits an der Sekretärin, die ihm zudem noch eine ziemlich freche Antwort gab und dann einfach den Hörer auflegte. Das schreit geradezu nach Rache.
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Das ist schon der dritte Tag in Folge, an dem Newsnetz den Idioten spielen muss. Aber wie soll’s auch anders sein, wenn man seine Geschichten um drei Ecken biegt?
Angefangen hat alles mit Ol’Steinbrück-Hand, der die Schweizer als Indianer verkavallerisiert hat. Der Blick am Abend griff darauf zum Zweihänder und setzte den lieben Onkel Peer als „hässlichen Deutschen“ aufs Titelblatt. Die Kollegen von Spiegelonline griffen die Geschichte auf und Newsnetz (ja, tatsächlich, Newsnetz kommt auch noch vor), machte aus den Kommentaren des SPON-Forums (!) eine Geschichte mit dem Fazit (Zitat Lead): Die Meinungen im Leserforum sind bemerkenswert.
Bemerkenswert, indeed.
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Lustig. Die Rubrik ist noch keine zwei Tage alt und schon kotzt sie mich an. Aber wir wollen auch heute der Twitter-Community einen Gefallen tun und Shawne‘s Worte des Tages veröffentlichen:
Shawne’s „Just the Core“ Cocktail 1st Tue. of the Month Zurich — SEX AND CRIME — TBA — RSVP — www.shawnefielding.com
Und nein, der link zur HP funktioniert selbstverständlich NICHT!
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Not kennt kein Erbarmen.
Einst war Basel eine Medienhochburg. Spannende Blätter wie die National-Zeitung und die Basler Nachrichten prägten und provozierten die öffentliche Diskussion. Das ist längst Vergangenheit. Und nun verschwindet langsam aber sicher auch noch das letzt Stück Tradition, dass bisher an die so glorreiche Vergangenheit der Nordwestschweizer erinnert hat: Der Baslerstab.
Das tägliche Gratisblatt, dass heute noch praktisch dieselbe Titelschrift trägt wie in den 40er Jahren, soll redimensioniert werden. Fortan erscheint das „Tagblatt der Stadt Basel“, vermutlich gar das älteste noch in der Schweiz erscheinende Tagblatt mit Werbeannoncen und Familienanzeigen aller Art, noch zwei Mal wöchentlich. Ein Teil der Belegschaft wird entlassen, ein anderer Teil wechselt zur Basler Zeitung. Der Versuch der Basler Zeitung Medien AG aus dem ehemaligen Anzeiger eine eigenständige Zeitung zu machen ist gescheitert.
Damit schliesst sich ein weiteres kleines Kapitel der Schweizer Zeitungsgeschichte.
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Eben noch hat uns Zimmi-Chefe Roger Köppel erklärt, dass die Wirtschaft gut und der Staat böse sei. Und das hat der Zimmi wohl auch gelesen und beschlossen fortan in seinen Kolumnen auf den Staat zu schiessen. Diese Woche ist es die SRG, nächste Woche die, öh, SRG und übernächste Woche muss es wohl auch die SRG sein. Etwas anderes hat der Staat derzeit ja nicht zu bieten.
Die SRG, das einzige Medienunternehmen in der Schweiz, dem die Wirtschaftskrise am Arsch vorbei geht, hat einen schweren Stand. Man muss keine Leute entlassen, keine Programme kürzen und keine Produkte einstellen. Am besten würde man in dieser Situation einfach schweigen. Aber auch das geht nicht, denn schliesslich wird momentan darüber beraten, ob TV und Radio in Zürich künftig ein gemeinsames Bett teilen sollen, oder ob das Radio föderalistisch und das Fernsehen zentralistisch bleibt. Dumm aber auch, dass Armin Walpen ausgerechnet jetzt mit einer Gebührenforderung losquackt. Als SRG-Mitarbeiter würde ich meine Dart-Scheibe mit Walpens Konterfei schmücken.
Zurück zu Zimmi. Was macht man also, wenn man gegen den Staat schiessen muss? Richtig. Man holt die alten Argumente hervor. Der Staat kassiert Gebühren und gleichzeitig Werbegelder. Der Staat ist übermächtig. Und, der Staat betreibt ein unverhältnismässiges Lobbying. Nun, geschätzter Kollege Kurt W. Zimmermann. Das wissen wir alles. Und nur weil sie es sagen, wird es nicht besser. Sicherlich, damit machen sie sich ausnahmsweise keine zusätzlichen Feinde, sondern blasen in ein Horn, in das schon alle anderen geblasen haben. Aber viel spannender wäre doch die Frage, wie viele Journalisten ein Magazin wie die Weltwoche noch entlassen kann, bevor der Begriff „Magazin“ illegitim wird?
Gerade sie müssten das doch wissen – und würden sich damit, nebenbei gesagt, auch mal ein paar Freunde schaffen. Mich zum Beispiel.
Veröffentlicht unter Medien-Kritik
Verschlagwortet mit Armin Walpen, Billag, Gebühren, kurt w. zimmermann, Medien, Roger Köppel, SRG, weltwoche